Hundeerziehung ist das A und O, wenn man mit einem Hund zusammenlebt. Aber viele suchen verzweifelt den einen richtigen Weg zu finden. Doch gibt es wirklich die ultimative Lösung oder ein Geheimrezept, wie man seinen Hund am Besten erziehen sollte – oder gar muss?
Die Antwort darauf ist, zugegebenermaßen, für viele erstmal enttäuschend, denn es gibt nicht den EINEN richtigen Weg oder das ultimative Geheimrezept. Jeder Welpe und jeder Hund ist anders und jedes Herrchen und jedes Frauchen setzt andere Prioritäten bei der Erziehung. Also liegt der Schlüssel zu einer guten Hundeerziehung nicht irgendwo an einem mysteriösen Ort versteckt, sondern in uns selbst.
Meine 3 Goldenen Fragen zur Hundeerziehung
Deshalb finde ich persönlich es wichtig, dass jeder Hundehalter seinen eigenen Weg findet und mit seinem Hund arbeitet. Dabei sollte man sich zuallererst folgende 3 goldenen Fragen stellen:
- Was sind meine Stärken und Schwächen?
- Welche Werte sind mir in der Hundeerziehung am wichtigsten und wo möchte ich hin?
- Womit habe ich in der Erziehung die größten Schwierigkeiten und warum?
Ihr müsst zuerst euch und eure eigene Persönlichkeit kennenlernen, bevor ihr euren Hund prägt. Der in der Psychologie als „Big Five“ oder das Fünf-Faktoren-Modell (engl. OCEAN-Model) bekannte klassische Ansatz der Persönlichkeitstypen besagt, dass es fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit gibt. Und jeder Mensch lässt sich demnach in die folgenden fünf Skalen einteilen:
| Kürzel | Eigenschaft | stark Ausgeprägt | schwach Ausgeprägt |
|---|---|---|---|
| O | Offenheit | Neugierde | Vorsicht |
| C | Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness) | Organisiert, Strukturiert | Unbekümmert |
| E | Geselligkeit (Extraversion) | Gern unter Leuten, Gesellig | Zurückhaltend |
| A | Umgänglichkeit (Altruismus) | Mitfühlend, kooperativ | Wettbewerbsorientiert |
| N | emotionale Stabilität (Neurotizismus) | Emotional | Selbstsicher |
Um herauszufinden um welchen Typen es sich bei einer Person handelt, werden oft Fragebögen genutzt, der am meisten genutzte Test ist der NEO-PI-R Test nach Paul T. Costa und Robert R. McCrae. Dieser Test ist sehr umfangreich und teilt die fünf Faktoren jeweils nochmal in sechs Unterskalen ein. Falls ihr mehr dazu wissen möchtet, schaut doch mal auf testzentrale.de vorbei, dort könnt ihr den Test downloaden oder nur einzelne Bereiche des Tests.
Allerdings ist dieses Thema äußerst Komplex und ihr sollt ja schließlich nur euch selbst und euren Hund besser kennenlernen und kein Psychologiestudium absolvieren. Deswegen versucht euch hierbei auf das Wesentliche zu beschränken. Dabei hilft oftmals ein simples Notizbuch, in dem man seine Erfahrungen und Beobachtungen von einem selbst und dem Hund festhalten kann.

Grundkommandos der Hundeerziehung
Ob der Hund wirklich viele Kommandos lernt oder nicht hängt natürlich stark von Herrchen oder Frauchen ab, aber meiner Meinung nach sollte jeder Hund gewisse Grundkommandos beherrschen oder erlernen. Dazu zählen für mich folgende Kommandos:
- Bleib!
So bleibt der Hund idealerweise dort wo er grade ist. Egal ob man nur nicht will, dass der Hund einem hinterher läuft oder gar, dass er beim Gassi gehen ohne Leine nicht einfach dort hin läuft, wohin er möchte.
WICHTIG: Beim üben des Kommandos lassen die meisten Menschen ihren Hund „Sitz“ machen, geben das Kommando „Bleib!“ gehen ein Stück und rufen dann den Hund zu sich. Darauf folgt eine Belohnung. Genau das ist falsch! So wird der Hund für das Kommando „Komm“ belohnt und nicht für das bleiben. Statt den Hund zu euch zu rufen, solltet ihr wieder zurück zum Hund gehen und ihn dann dafür belohnen, dass er geblieben ist. - Sitz!
Dieses Grundkommando kennt wohl jeder. Der Hund setzt sich auf Kommando hin. Aus dem „Sitz“ lassen sich viele weitere Kommandos erlernen, wie zum Beispiel „Platz“ oder „Gib Pfote“. - Komm!
Fast genauso wichtig oder gar noch wichtiger als „Bleib“ ist das Kommando „Komm“. Hierbei ist der Hund idealerweise immer abrufbar und kommt zu Herrchen / Frauchen zurück, wenn er soll. Für mich eins der Wichtigsten Kommandos überhaupt! - Platz!
Platz = Hinlegen! Wenn der Hund das Kommando „Sitz“ beherrscht ist es nicht mehr weit bis zum „Platz“. Und von hier aus lassen sich weitere Tricks lernen wie zum Beispiel „Rolle“, „Toter Hund“ oder „Pfoten kreuzen“. - Aus!
Ebenfalls eines der wichtigsten Kommandos. Wenn der Hund beim Gassi gehen auf die Idee kommen sollte etwas zu fressen, was er nicht soll, hilft dieses Kommando ihn das Fressen ausspucken zu lassen. Auch beim Spielen ist es sinnvoll, wenn der Hund auf Kommando aufhört.
So jetzt bist du dran! Sag mir deine Meinung zur Hundeerziehung in den Kommentaren. Verrate mir was dir bei der Hundeerziehung wichtig ist, was dein/e Hund/e für Kommandos beherrscht / beherrschen und was dein Lieblingskommando ist.
Deine Denise


